Pressemitteilung über den Prozess gegen eines unserer Mitglieder aus Solingen! Thema AfD!

6. Dezember 2016

Presseerklärung

Wegen angeblicher Beleidigung von AfD-Funktionären in Leichlingen

VVN-BdA Sprecher angeklagt

Als Sprecher der VVN-BdA  Solingen (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –Bund der AntifaschistenInnen), soll  ich wegen angeblicher Beleidigung von Funktionären der AfD , während eines Infostandes der rechts populistischen Partei, verurteilt werden. So jedenfalls wollen es die AfD und die Kölner Staatsanwaltschaft.

In der Verhandlung am 16. Dezember 2016 um 11.30 im Saal 4 des Amtsgerichtes Leverkusen, Gerichtsstraße 9, geht es um den Vorwurf,  ich hätte Funktionäre der AfD,  als „Nazis“ und „Rassisten“ beschimpft. Das entspricht nicht den Tatsachen.

Im Verlauf der Werbeveranstaltung der AfD, im April 2016 in der Innenstadt von Leichlingen, war es  allerdings zu einem heftigen Wortwechsel zwischen den AfD- Mitgliedern und Gegnern der rechts populistischen Partei gekommen. Die anwesende Polizei nahm im Zuge der Auseinandersetzung Anzeigen von allen Beteiligten u.a. wegen Volksverhetzung und Beleidigung auf.

Während Anzeigen wegen Volksverhetzung gegen einen anwesenden CDU-Ratsherren  von der Kölner Staatsanwaltschaft   nicht weiterverfolgt wurden, wird jetzt gegen mich verhandelt. Ein  anderer, jugendlicher AfD -Gegner wurde bereits mit einem Bußgeld belegt.

Es ist ein Skandal, dass Gegner dieser Rechtspopulisten nach dem Willen der AfD jetzt durch Gerichte eingeschüchtert werden sollen, während die AfD weiterhin gegen Flüchtlinge und Asylsuchende hetzen darf. Ich habe niemanden persönlich beleidigt, sondern die Politik der AfD als in weiten Teilen rassistisch und völkisch national dargestellt. Mit ihrer Hetze ist diese Partei Stichwortgeber für die Nazis und Brandstifter in Deutschland. Das habe ich während des Infostandes der AfD deutlich gemacht und dabei bleibe ich. “

 

Günter Bischoff

Sprecher der VVN-BdA Solingen

 

Kai Degenhardt “Lieder gegen den Rechten Aufmarsch” am 17.12.16 um 19:30 Uhr Solingen-Südpark-Gleis 3

24. November 2016

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Lieder gegen den rechten Aufmarsch von damals und von dieser Zeit

Er bezeichnet sich selbst als politischer Liedermacher – was sonst und stellt sich damit in die Tradition des Genres, welches das deutschsprachige Lied in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erst wieder singbar machte. Nämlich durch eine textlich klare antifaschistische Haltung und eine selbstverständliche Bezugnahme auf das konkret Gesellschaftliche und die darin wirkenden Herrschaftsverhältnisse. Ein Ansatz, der heute wieder besonders aktuell anmutet, da der europaweite Aufmarsch rechter Parteien und Bewegungen den Faschismus als äußerstes Mittel zur Rettung bürgerlicher Herrschaft in der Krise wieder als reale Option erscheinen lässt. Kai Degenhardt – Sohn und langjähriger musikalischer Mitstreiter der 201 1 verstorbenen Liedermacher-Legende Franz Josef Degenhardt spielt in seinem aktuellen Programm zudem viele Lieder aus dem ,,Familien-Fundus”, wie er das selbst nenntl den guten alten Degenhardt also. Aus den ,,Guten alten Zeiten”, in denen alte und neue Nazis wieder in westdeutsche Parlamente einzogen, August der Schäfer die ,,Wölfe mitten im Mai” hörte, während der Fremdarbeiter und Wirtschaftsasylant ,,Tonio Schiavo” sein Paradies in Herne suchte und die Schmuddelkinder die geschichtsvergessenen Aufsteiger- und Leistungsträgerhoffnungen der Adenauer-Wohlständigkeit in den Kaninchenställen zersägten. Lieder, die auf fast unheimliche Weise heute wieder von erschütternder Aktualität sind. Diese verblüffende Brisanz sowie der Verschnitt des alten Materials mit seinen eigenen Songs aus dem neoliberalen Hier und Jetzt sorgen dafür, dass – trotz allem Wiedererkennungseffekt – keine falsche Nostalgie aufkommt, vielmehr eine bewusste Konnotation mit den herrschenden Zuständen stattfindet.

Samstag, 17.72.2016, 19.30 Uhr, Einlass 18.30 Uhr Gleis 3, Solingen,

Alexander-Goppel-Straße 34

Eintritt Vorverk. lO Euro, erm. 4 Euro, Abendkasse l2 Euro

Bestellungen 0212 / 231 23 92; info@dielinke-solingen.de

Veranstalter:

DIE LINKE. Solingen und DKP Solingen V.i.S.d.P: Erik Pieck,

DIE LINKE. Solingen, Grünewalder Straße 63, 42657 Solingen

Den “Vergessenen” eine Stimme geben – Rede von Sara am Volkstrauertag

17. November 2016

Eine bemerkenswerte kurze Rede würde anlässlich des Volkstrauertages von Sara am Ehrenmal Sowjetischer ZwangsarbeiterInnen auf dem Friedhof in Solingen-Gräfrath gehalten. Hier nochmal zum nachlesen:

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

273 sogenannte Ostarbeiter,  211 Franzosen, 16 Belgier, 145 Niederländer, 4 Tschechen, 58 Italiener …!  Alles in allem 1869 Menschen beutete ein bekanntes großes Solinger Unternehmen  als Zwangsarbeiter aus. Weitere  nutzten viele tausend kostenlose Arbeitskräfte für einen hohen Gewinn aus. Insgesamt schufteten in Solingen wohl  15.000 Zwangsarbeiter. Verschleppt wurden die Menschen nach Deutschland, eingeengt in Güterwaggon, aus unterschiedlichen Nationen, um Kriegsmaterialien zu produzieren. Eine sehr gewinnbringende Methode für einen grausamen Krieg und darum umso menschen verachtender. Menschen jeden Alters und Geschlechts, geraubt aus ihrer Heimat, als Sklaven gehalten. Sie hausten in Baracken und Fabriken: hungernd, frierend, schuftend und existierend als Mittel zum Zweck.

 

Sie waren nicht nur täglichen Diskriminierungen ausgesetzt sondern fürchteten auch den Tod in in jeder Sekunde. Dieses Leid scheint für uns heute unfassbar, beängstigend und unwirklich. Menschen als Arbeitsmaschinen zu betrachten, sie entsprechend zu behandeln und ihre Würde mit Füßen zu treten – das ist heutzutage für uns ein unvorstellbares Moralverständnis  –  oder vielleicht doch nicht? Zitat: ,,Die Deutschbewohner begegneten uns mit Hass und nannten uns russische Schweine. Alle unsere Sachen nahm man uns weg. Man begoss uns mit kaltem Wasser und jagte uns zur Arbeit”, berichte eine sowjetische Zwangsarbeiterin, nenne wir sie Sonja. Aber welche Meinungen gibt es in der heutigen Gesellschaft zu derartiger Ausbeutung? Erschreckend sind hierzu die Forderungen der AfD, die die Ausübung gemeinnütziger Arbeit durch Langzeitarbeitslose, sogenannte Bürgerarbeit, fordern. Doch nicht nur das. Man kann leider in der gesamten Gesellschaft eine starke Tendenz zu Fremdenhass, Gewalt gegen Flüchtlinge und Einwanderer sowie Ausgrenzung bis hin zu deutlich nationalistischem Gedankengut sehen. Zum einen wird dies innerhalb der Bundesrepublik deutlich, schaut man sich die wachsende Zahl der Anhänger und die steigende Akzeptanz fremdenfeindlicher und rassistischer Gruppierungen, wie beispielsweise bei Pegida und der AfD an. Doch auch global betrachtet Erkennt man viel verbreitet rechte, diskriminierende Ideologie. Nicht nur in Amerika mit Trump, auch nah bei uns in Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Polen und Ungarn.

 

Solche Menschen verachtenden Ansichten und die Auswirkungen, die dies haben kann, hat die Menschheit bereits qualvoll erlebt. Deswegen wurden in diesem Land, resultierend aus den Lehren des Faschismus, die Regelungen des Grundgesetzes entwickelt. Sie sollten den Menschen humane Richtlinien geben. Und wenige Jahre später scheint es wieder vollkommen zulässig zu sein, gegen eben diese Richtlinien, die sich gegen jede Art der Diskriminierung und Ausgrenzung wenden, eindeutig zu verstoßen. Einige berufen sich dabei auf die Meinungsfreiheit, obwohl sie durch ihre Ansichten die Freiheit anderer Menschen wieder einschränken. Was würde die eben genannte Zwangsarbeiterin Sonja wohl dazu sagen?

 

Was bleibt ist nicht nur die Erinnerung, was bleibt ist nicht nur die Mahnung – was bleibt und uns als kapitalismuskritische Menschen prägen wird ist die Wachsamkeit und der Widerstand gegen jede Form der Diskriminierung und Unterdrückung und der Kampf für eine friedlichere, humanere und gerechtere Weh.

“Spanien war ihre Hoffnung” – Ausstellungsbeginn am 25.10.16 in Wuppertal

17. Oktober 2016

Plakat_webRund 40.000 internationale Freiwillige kämpften in den Milizen und den Internationalen Brigaden oder als JournalistInnen und PropagandistInnen auf Seiten der Republik. Darunter waren rund 9.800 Franzosen/Französinnen, 4.000 ItalienerInnen, 4.000 PolInnen, 3.000 Deutsche, 2.700 US-AmerikanerInnen und 2000 BritInnen. Wenn deren Engagement auch heute noch weltweit nachwirkt, hat dies auch mit der literarischen und künstlerischen Verarbeitung zu tun. Es gibt vermutlich kein anderes historisches Ereignis neben dem Spanischen Bürgerkrieg, an dem Intellektuelle und SchriftstellerInnen so stark engagiert waren und als SoldatInnen gekämpft haben. George Orwell kämpfte in einer Miliz des POUM,André Malraux organisierte eine Fliegerstaffel, Gustav Regler war politischer Kommissar, Carl Einstein kämpfte in der Columna Durruti. Groß war die Zahl der JournalistInnen, die Spanien während des Bürgerkrieges bereisten und hofften, durch ihr Engagement die Spanischen Republik zu unterstützen. Dabei verschmolzen tendenziell die Grenzen zwischen Berichterstattung und aktiver Teilnahme. So belieferte Gerta Taro mit ihrem damaligen Lebensgefährten Robert Capa die Welt mit sensationellen Fotografien vom Krieg in Spanien. Sie, die später selbst während der Schlacht um Brunete starb, soll gesagt haben: «Wenn man bedenkt, wie viele großartige Menschen, die wir kennen, allein in dieser Offensive umgekommen sind, kommt einem der absurde Gedanke, dass es irgendwie unfair ist, noch am Leben zu sein.» Flyer_web_back   Flyer_web_front


 

70. Jahrestag der VVN-BdA NRW am 29. Oktober 2016 im Düsseldorfer ZAKK hat stattgefunden!!!!

14. September 2016

70. Jahrestag der VVN-BdA NRW

Im ZAKK wurde gefeiert und nach vorn gesehen! Hier einige Fotos von der Veranstaltung vorab! Viel Spaß beim anschauen!

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Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen, wurde am 26. Oktober 1946 in Düsseldorf von den Delegierten der über 50.000 Naziopfer des Landes gegründet. In der VVN organisierten sich Frauen und Männer, die während der Naziherrschaft verfolgt wurden, den Holocaust überlebt, Widerstand geleistet haben oder vor dem Hitlerfaschismus fliehen mussten. Seit 1971 trägt sie den Zusatznamen „Bund der Antifaschist/innen“, denn von da an konnten auch Hinterbliebene und jüngere Antifaschistinnen und Antifaschisten Mitglied werden. Diese Personengruppe stellt heute den Großteil der rund 1000 Mitglieder in unserem Bundesland. Sie wirken als „Zeugen der Zeugen“.VVN 70 Jahre 2016 lay3.indd

Auf dem VVN-Gründungskongress betonte der Ministerpräsident Rudolf Amelunxen (Zentrum) vor den Vertretern aller demokratischen Parteien, der christlichen Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, darunter der jüdischen: „Als ganz Deutschland ein Zuchthaus war, waren Sie diejenigen, die ihre Pflicht gegenüber dem Vaterland erfüllt haben und dafür viel Bitternis erdulden mussten. Für ihre Haltung und ihr Beispiel schuldet das deutsche Volk und ganz Europa Ihnen Dank.“ Heute gibt unsere Organisation Anstöße für die Verteidigung von Frieden und Demokratie, leistet sie Beiträge zur internationalen Solidarität, für das Erinnern an den Widerstand. Sie setzt Zeichen gegen die Versuche, die Geschichte zu verfälschen und sie zu vergessen. Wir begehen unseren 70. Jahrestag unter dem Motto: „Demokratie verwirklichen! Frieden schaffen! Nazis, Militaristen und Rassisten stoppen“. Wir möchten hiermit einladen, an der Geburtstagsfeier und Kulturveranstaltung zum 70. Geburtstag der VVN NRW teilzunehmen. Der 70. Jahrestag der VVN-BdA von NRW soll am 29. Oktober im Düsseldorfer ZAKK gefeiert werden. Ein ansprechendes Programm ist in Vorbereitung.  Ziel ist es, viele neue Mitglieder zu gewinnen. Bitte unbedingt den Termin vormerken. Und auf www.nrw.vvn-bda.de auf dem Laufenden bleiben.     Hier unser Programm:   VVN 70 Jahre 2016 lay3.indd

Wo Rassismus alltäglich ist, wird Antifaschismus zur Pflicht !

27. Januar 2016

Du bist Schüler*in, studierst oder machst eine Ausbildung? Du bekommst täglich im Netz, in den Nachrichten, auf der Straße, in der Schule, der Uni oder im Betrieb fremdenfeindliche Sprüche mit?
Du hast keinen Bock auf rechte Hetze und willst etwas gegen  geistige und physische Brandstifter unternehmen? – Dann bist du genau richtig bei der VVN-BdA!

Wir setzen uns gegen Krieg, Rassismus, Faschismus, fremdenfeindliche Hetze und gegen neofaschistische Gewalttaten ein!

Es reicht eben nicht aus, wenn im Geschichtsunterricht kurz über die Nazizeit gesprochen wird.

Der anhaltende Flüchtlingsstrom aus den Kriegs-und Krisenländern dieser Erde und der massive Anstieg rechter  Straftaten gegen Geflüchtete und Ausländer  fordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Kriegsursachen und dem Rassismus in unserem Land. Die  öffentliche Stimmungsmache gegen Flüchtlinge und Migranten,  auch von  Politikern aus der bürgerlichen Mitte ist unerträglich geworden. Die alltäglichen Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und die gewalttätigen Angriffe auf Flüchtlinge durch Neonazis  und    rechten „Bürgerwehren“ zeigen, dass eine konsequente Auseinandersetzung mit dem Faschismus und seinen modernen Erscheinungsbildern sowie ein daraus abgeleiteter praktischer Antifaschismus notwendiger denn je ist!

In der VVN-BdA vereinen sich Nachkommen von Verfolgten aus der NS-Zeit mit jungen Antifaschistinnen und Antifaschisten, um gemeinsam gegen  PEGIDA, HOGESA, Pro NRW, NPD, AfD, Bürgerwehren und anderen braunen Organisationen zu kämpfen!

 

 

Wir stehen gemeinsam für antifaschistische Kontinuität:

  • für Lernen aus der Vergangenheit;
  • für die Vision einer antifaschistischen Zukunft;
  • für eine Welt ohne Rassismus, Nazismus und Militarismus, ohne Ausgrenzung, ohne Faschismus und Krieg

Dafür tun wir etwas:

  • die Vergangenheit  dem Vergessen entreißen
  • Neonazis und Rassisten offen entgegentreten
  • Zivilcourage zeigen, nicht schweigen, sondern einschreiten
  • in Schulen und Universitäten Projektgruppen bilden, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Autorinnen und Autoren einladen, Geschichte erforschen
  • antifaschistische Ziele lautstark formulieren, zum Beispiel das Verbot aller faschistischen Organisationen
  • aktive Solidarität mit Migrantinnen und Migranten üben
  • oder wie heute: gemeinsam diskutieren, feiern und Freundschaft erleben

 

Wenn Du dich also auch für eine Welt ohne rassistische Hetze und Fremdenhass engagieren willst:

Mach mit in der VVN-BdA Solingen !